Ich gebe zu, auch ich habe ein Online Abo, einfach weil ich ein paar sehr großartige Lehrer in den USA habe, die mich wahnsinnig inspirieren und meine Praxis bereichern und ich halt in Stuttgart lebe. Natürlich hat es Vorteile sich teils kostenlos durch die bunte Yogawelt zu klicken. Keine Frage und es hat vielen Lehrern und Yogastudios wirklich die Existenz gesichert.

Sicherlich ist es auch nochmal ein Unterschied, ob Du bei Deiner vertrauten Lehrerin online mitmachst, oder vorgefertigte Videos. Und vergesse nicht: hinter kostenlosen, hochprofessionellen Videos stecken oft bezahlte Werbebudgets, ohne die solche Produktionen nicht möglich wären. Das können örtliche kleine Studios nicht leisten.

Was mich angeht, ich weiß ziemlich genau was ich da tue. Ich mache Sport seit der 1. Klasse, war im Leistungsturnen und bin in hunderten Stunden ausgebildete Yogalehrerin. Hier geht es jedoch nicht um meine Kompetenz sondern um Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden

Seit die Studios wieder öffnen durften, sehe ich, was sich da in Monaten vor dem Bildschirm bei meinen Teilnehmerinnen eingeschlichen hat. Und bekomme dies auch zurückgemeldet.

Verletzungsrisiken beim Yoga

Fehlhaltungen in den Schultern sind eine der häufigsten Verletzungen beim Yoga. Der Übergang vom Brett in die Kobra. Sollbruchstelle bei den meisten. Die Schulterstellung im herabschauenden Hund, falsche Vorbeugen die die Bandscheiben belasten um nur ein paar zu nennen. Ein guter Sitz um entspannt in die Stille oder Atmung abzutauchen. Meistens mehr schlecht als Recht aber zugeben tun es die wenigsten. In meinen Workshops ist das immer Pflicht. Jeder Po wird individuell platziert. Meine regulären Klassen starte ich persönlich fast nie im Sitzen.

Ganz oft sehe ich Fußstellungen, die Instabilität verursachen und Verletzungsrisiken im Knie bergen. Und es macht so schlicht weniger Spaß. Genauso wie auf schlechten Matten. Ganz einfach. Stabil und sicher soll es sich anfühlen und zwar von der Basis an Wie es aussieht ist sowieso wurscht erstmal.

Überhaupt: Falsche Belastungen in den Gelenken wie Ellbogen, Knie, Nacken werden oft nicht erkannt. Die Auswirkungen sind oft eher schleichend. Es braucht einfach jemand, der nach Dir schaut. Das muß nicht zwingend bedeuten, dass ich an Dir herumziehe und drücke. Das überambitionierte, teils übergriffige Adjusten sehe ich eher skeptisch. Das ist ein anderes Thema auf das ich sicher noch zurückkomme.

Verbindlichkeit

Viele meiner aufgezeichneten Stunden wurden zwar bezahlt, aber nicht abgerufen. Es gibt dann zig Gründe zu verschieben und morgen dann ganz bestimmt. Oder nächstes Wochenende mach ich voll intensiv Yoga etc. erwischt? Nicht schlimm. Geht mir doch genauso.

Zuhause ist es nunmal schwerer, sich komplett auf eine Stunde einzulassen – Savasana fällt gern zum Opfer und das ist die wichtigste Phase. Wenn der Körper Zeit hat die Stunde zu verarbeiten. Sonst sind wir wieder beim Workout statt Workin.

Überhaupt Savasana

Während Du liegst und versuchst, wach zu entspannen, habe ich ein Auge auf Dich. Ich sehe, wenn Du Rückenschmerzen hast und die Beine anwinkelst. Oder die Schulter nicht entspannt ist. Du nicht entspannt atmest. Dafür sind wir Yogalehrer da. Um Dich zu sehen und Dir Hilfe zu geben. Das geht nur sehr begrenzt mit vielen Kacheln auf dem Bildschirm.

Soziale Abgrenzung

Wenn alle nur noch vor den Computern zuhause hängen, werden echte Begegnungen selten. Wir Menschen sind aber Gesellschaftswesen. Wir verkümmern auf Dauer. Auch das merkst Du nicht sofort.

Es ist einfach soviel schöner in Gemeinschaft und ich bekomme gerade soviel positive Rückmeldungen. Ich selbst war jetzt im Urlaub nach über 20 Monaten (die Zeit vergeht) wieder selbst Schülerin in einem Yogastudio und die Erfahrung war einfach toll.

Kein Weglaufen, Pausedrücken, den Staub sehen und sonstige Ablenkungsmanöver. Die 90 Minuten waren eine Verabredung mit mir selbst.

Und jetzt schau, wann die nächste Stunde in Deiner Nähe ist, blockier es dick im Kalender und freue Dich auf eine Verabredung mit Dir selbst. Gefunden? Dann klapp die Kiste jetzt zu.