Als ich im September 2017 nach 17 Jahren meinen gutbezahlten und sicheren Job hinschmiss, veränderte sich mein ganzen Leben schlagartig. Was in den Jahren passiert ist und wenn ich heute zurückblicke, fühlt sich das an wie ein anderes Leben, war das ich? Ja. Bin ich es heute noch? Auch ja, aber anders.

Auch die Trennung aus einer langen Beziehung ein Jahr vorher war für mich lebensverändernd, und sehr schmerzhaft. Mit Panikattacken wachte ich nachts auf. Freunde sind da und trösten, Wein und Zigaretten halfen nur bedingt. Ich machte mich auf, die Ursachen zu finden und meinen Seelenkeller aufzuräumen. Die Arbeit dauert bis heute an. Es gibt immer was zu tun, ich finde immer noch irgendwo eine kleine Schachtel in der Ecke meiner Seele, die mal abgestaubt gehört. Meine Erwartungen und Vorstellung von Beziehung haben sich seitdem verändert. Gottseidank, denn sonst wäre mein heutiger Partner nicht seit fast 5 Jahren an meiner glücklichen Seite. Es brauchte Zeit. Beides. Sowohl der Jobwechsel als auch die Beziehung. Wer von einem zu anderen springt, kann nichts lernen.

Warum ich Dir das erzähle? Weil es normal ist durchzudrehen, einen Cut zu machen, Dinge in Frage zu stellen. Und, weil ich zu dem Zeitpunkt 45 Jahre alt war. Und weil ich heute weiß, dass dies die ersten Anzeichen einer hormonellen Umstellung waren, die mich bis heute begleitet. Total unsexy das Wort „Wechseljahre“. Sollten wir sie Wandeljahre nennen? Oder vielleicht Time for Transformation? Auf jeden Fall sollen wir uns bewusst sein, dass das Leben in der goldenen Lebensmitte sich nochmals drastisch verändern kann und auch sollte. Jahrelang im gleichen Trott, hast Dich um die Familie gesorgt, auf die gut eingespielte Partnerschaft vertraut, immer die gleiche Routine in der Freizeit. Und dann irgendwann werden die Zeichen lauter und entweder der Körper oder die Seele sagen: Hallo, bitte mal ganz genau herhören hier!!

„Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt ihn zu gehen“ (Paulo Coelho)

Heute, 5 Jahre später, noch immer mitten drin und voll dabei, verändert sich mein Tagesablauf noch immer, mache ich mal total viel Yoga, mal ganz wenig. Regelmäßig auf jeden Fall meine Fitness-Übungen. Noch immer habe ich nicht die optimale Ernährung für mich gefunden. Sie wandelt sich mit den Jahreszeiten. Mal braucht es mehr die, mal das. Ich höre sehr gut hin, was mein Körper mir sagt. Beobachte, wie ich schlafe, wieviel Energie heute da ist. Habe mich von „ich muss“ verabschiedet. Ich versuche jeden Tag, selbst bestimmt zu gestalten und tue das, was mir Spaß macht. Beruflich wie privat.

Wandel, Wechsel, Transformation bedeutet immer auch einen Moment (oder Wochen, Monate, Jahre) der Ungewissheit. Da wackelt es mal. Wie beim Skaten, meiner neu entdeckten Leidenschaft. Da ist dieser Moment, wo du auf einem Ski gleitest und das andere Bein ist in der Luft. Der Impuls ist da, schnell den Stock einzusetzen. Aber das kostet dann unnötig Kraft. Ich habe nach einer Einzelstunde vor zwei Wochen quasi das gehen, also skaten neu gelernt und gemerkt: Gleiten ist müheloser. Es muss nicht immer alles anstrengend sein.

Lasst uns durchs Leben gleiten. Mühelos und mutig. Manchmal etwas wackelig.

Meine drei Tipps:

Vertraue, dass da oben, in Dir, wo auch immer jemand ist, der da ist. Bleibe gelassen und neugierig auf Neues.

Meine Lieblings Zitate hierzu:

Oh darling, what if i fall? Oh darling, What if you fly?

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ (Heraklit)

„Große Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Change sein“ (Harrison Ford)

Wenn Du mehr zum Thema Wechseljahre, der Veränderungen im Körper und der Psyche wissen möchtest, dann interessiert Dich vielleicht mein Workshop, der keine Yogaerfahrung voraussetzt sondern sich rein um Austausch und Information mit praktischen Tipps dreht.

https://sohra-yoga.de/2021/10/03/fabehlaft-durch-die-wechseljahre/