Du fragst Dich, bin ich, bin ich nicht? Bin ich schon durch? Fragst Du Dich schon eine Weile, was eigentlich genau die Wechseljahre sind, wann die anfangen und wann hören die auf?

Woran denkst du beim Begriff Wechseljahre?

Das Lebensende nähert sich. Ältere Frauen die komisch riechen, vertrocknet sind, graue Haare und ständig Hitzewallungen? Und das Leben ist dann fast schon zu Ende und der Spaß im Leben hört auf?

Erstmal möchte ich mit Vorurteilen aufräumen, weil die Wechseljahre noch sowas verstaubtes, schwerfälliges, olles haben. Dabei ist es eine wirklich tolle Zeit. Das sage ich, weil ich die letzten Jahre mein Frausein nochmal komplett neu zu definiert habe. Und ich bin noch nicht fertig. Ich fühle mich fabelhaft, jung, voller Energie und motiviert, nochmals was komplett neues zu starten. Und ich habe mit Mitte 40 schon einmal beruflich neu angefangen. Es sind Jahre des Umbruchs und des Neuanfangens. Wechsel ist nämlich auch Transformation. Und das kann wahnsinnig spannend und positiv sein. Dazu braucht es ein paar Informationen mal so grundsätzlich:

4 Phasen der Wechseljahre

Die Prämenopause

Wusstest Du, dass auch die fruchbaren Jahre mit zu den Phasen der Menopause zählen?

Das sind praktisch die Jahre, die eine fruchtbare Frau erlebt, bevor irgendwelche Symptome auftauchen. Meistens so bis Mitte 30. Du blutest regelmäßig, hast normale Zyklen, wenige Beschwerden und kannst schwanger werden (Ausnahmen natürlich ausgenommen, wenn Du unter Endometriose, Zysten etc. leidest.)

Die Perimenopause

Jetzt wird das interessant! Die Perimenopause ist nämlich die, die wir meinen, wenn wir von den Wechseljahren sprechen. Und hier fangen Symptome an, die Du oft noch nicht einordnen kannst. Es kann mal stärker bluten, als Du es gewohnt bist. Du merkst irgendwie, dass der Schlaf sich verändert. Du denkst es liegt am Stress (tut es auch oft), aber die Nächte werden auffälliger. Die Stimmung schwankt eher auch mal, Du wirst dünnhäutiger, emotionaler. Gelenke oder Muskeln fangen an zu schmerzen. Du kommst nicht mehr aus der Hocke hoch oder das Handgelenk, Knie etc fängt an zu zicken.

Du streitest mit Chef oder Partner und lässt Dir einfach nicht mehr soviel gefallen.

Und die Liste ist ewig lang. Es gibt zig Symptome, die alle auf die Perimenopause hindeuten. Du bekommst noch regelmäßig Deine Periode, zumindest fast. Der Zyklus wird mal kürzer oder länger. Bei mir fing das aber wirklich erst mit 49 an, dass es mal paar Tage länger oder kürzer ging.

Hier fangen jetzt wirklich die Hormone an sich zu verändern und derer wichtige haben wir 3.

Östrogen hat Rezeptoren im ganzen Körper und ein Abfall hat Auswirkungen auf Haut, Haare, Gehirn, die Schlafqualität und natürlich die Knochen.

Progesteron sorgt für Entspannung und eine eher heitere Stimmung, Wohlbefinden und Ruhe. Das sogenannte Chill-Hormon. Wenn zu wenig produziert wird, weil z.B. die Eisprünge nicht mehr so toll sind, kann es zu Symptomen kommen wie unregelmäßige Zyklen, PMS, Migränen, Hitzewallungen, Ängste, Aufgedunsenheit. etc. Auch im Zusammenspiel mit der Schilddrüse ist Progesteron wichtig und im Fettstoffwechsel.

Testosteron

Oft als männliches Hormon bezeichnet, wird es natürlich auch im Körper der Frau gebildet und ist gerade jetzt in der spannenden Zeit des Wechsels wichtig. Ein Mangel an Testosteron kann unsere Libido und Orgasmusfähigkeit beeinflussen. Du hast also irgendwie keinen Bock mehr auf Sex, auch wenn sich Dein Partner noch soviel Mühe gibt und es bislang ja super lief. Andererseits hat es jetzt auch die Chance, durch den insgesamt eher niedrigeren Östrogenspiegel (im Vergleich zur Prä-Menopause) unsere Entschlusskraft und unsere Power zu unterstützen. Das kämpferische, für Dich einstehen, Dir nicht mehr alles gefallen zu lassen, verdanken wir auch dem Testosteron. Ist der Testosteronwert zu niedrig, kommt es zu Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Kommt nun in der Perimenopause das Verhältnis zueinander aus dem Lot, und fängt an sich zu verändern, kommt es zu Symptomen, die für die eine Frau schlimmer sind, andere bekommen gar nichts mit.

Stress, dem wir uns in unserer Powerlebensweise quasi permanent aussetzen führt zu einem permanent erhöhten Cortisolspiegel, welcher diese Hormone noch zusätzlich schwächt und Symptome verstärken kann.

Die Menopause

Der korrekte Begriff für den Zeitpunkt, an dem Du 12 Monate am Stück keine Blutung mehr hattest. Punkt.

Die Postmenopause

Nachdem Du also 12 Monate keine Persiode mehr hattest, bist Du postmenopausal. Und diese Phase dauert bis zu Deinem Ableben. Klingt krass. Ist aber so. Es gibt Frauen, die mit 60, 65 noch immer Hitzewallungen haben oder andere Beschwerden.

Die Top 3 der Postmenopausalen Beschwerden:

Der „Witwenbuckel“

Frauen schrumpfen um bis zu 15cm oder mehr. Weil die Wirbelsäule buchstäblich zusammenkracht. Wirbelchen für Wirbelchen. Schuld daran ist unter anderem das fehlende Östrogen, welches auch für unsere Knochen zuständig ist. Sowie einige andere Vitamine wie Magnesium.

Vaginale Trockenheit – vaginale Atrophie

Einfach gesagt: Schmerzen beim Sex. Die vaginale Haut wird immer rissiger und spröder, auch hier wieder fehlt es hormonell an Östrogen.

Inkontinenz

Da gibt es unterschiedliche Formen. Von „wo ist die nächste Toilette, bitte schnell“ zu „hups, da ging was beim Niesen daneben“. Sehr sehr viele Frauen in Pflegeheimen leiden an Inkontinenz nur spricht da leider niemand drüber.

Über viele Symptome sprechen Frauen nicht untereinander, weil es peinlich ist oder es nicht für sooo schlimm erachtet wird. Und glaube Deiner Mutter, Großmutter nicht alles. Vieles wird verschwiegen oder eben nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht, wie z.B. die Demenz oder Depressionen.

Wie geht es Dir gerade? Was treibt Dich um? Erkennst du Dich in manchen Punkten wieder? Dann schreibe mir gerne bei weiteren Fragen.